Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Medenbach

 

Die Dörfer Breitscheid und Erdbach haben 1980 mit 750-Jahr-Feierndie erste urkundliche Erwähnung ihrer Dorfnamen festlich begangen; den Dorfern Medenbach, Gusternhain, und Rabenscheid stehen solche Festtage noch bevor. Wann dies im einzelnen sein kann, lässt sich nur in den Urkunden des zuständigen Staatsarchivs feststellen.

Für unser Heimatgebiet ist das Hessische Hauptstaatsarchiv zuständig. Der Versuch, dort für Medenbach, das jetzt über 400 Jahre kirchlich mit Breitscheid verbunden ist, ein Jubiläumsjahr zu ermitteln, brachte das Ergebnis, dass der Dorfname zum ersten Male in einer Güterbeschreibung der Kapelle zu Ballersbach erscheint. Diese Urkunde enthält Eintragungen aus den Jahren 1345 bis 1353 und nennt u.a. Personen aus Medenbach, die der Kapelle zu Ballersbach ihr Grundeigentum vererbt haben. Das genaue Jahr fehlt in der Urkunde, so dass nach den Regeln der Historiker für ein Jubiläum nur das zuletzt genannte Jahr – hier 1353 – zugrunde gelegt werden kann. Das ergäbe für Medenbach eine 650-Jahr-Feier im Jahr 2003, wenn nicht bis dahin ein früheres Jahr der Ersterwähnung gefunden wird.

Natürlich ist das Dorf sehr viel älter. Wenn in einer Haigerer Urkunde vom Jahr 1084 das Dorf Donsbach genannt wird, dann wird man mit einiger Sicherheit können, dass das siedlungsgeschichtliche in die gleiche Reihe der Westerwälder Dörfer mit der Namens-Endung „-bach“ gehörende Medenbach ebenfalls einige Jahrhunderte vor der Ersterwähnung in einer Urkunde schon bestanden hat.

 

Anmerkung:

 

Diese Mitteilung aus dem Hauptstaatsarchiv Wiesbaden – Abteilung 170, Nr. 336 a, erfolgte durch Archivrat Dr. H.J. Häbel.

 

 

Medenbach im Jahre 1933

 

Das 1933 im Verlag Vorländer, Siegen, herausgegebene Einwohnerbuch des damals nur kurze Zeit bestandenen Großkreises Dillenburg enthält „auf Grund amtlichen Materials“ für das Dorf  Medenbach die nachfolgende Angaben: In 86 Häusern lebten 467 Personen, das sind im Durchschnitt 5 Personen je Haus. Bürgermeister war Karl Henrich;die Gemeindevertretung wurde gebildet von Heinrich Nicodemus, Heinrich Cunz, Robert Discher, Heinrich Fehling, Albert Wagner, Heinrich Diehl I, Nazzareno Santini, Adolf Werner, Karl Heinrich Diehl II. Schöffen waren Heinrich Wilhelm Zint und Karl Friedrich Diehl. Als Gehilfen hatten der Bürgermeister den Gemeindediener Karl Klaas.

Kirchlich gehörte Medenbach – wie auch heute noch – zur Pfarrei Breitscheid, Pfarrer war damals Rudolf Bars. Als Lehrer sind genannt: Karl Klonk und Debus (dieser ohne Angabe des Vornamens). Die Fernsprechstelle befand sich im Hause Gustav Zint; sie gehörte zum Ortsnetz Breitscheid.

 

Drei Vereine sind angegeben:

1)      Freiwillige Feuerwehr, Kommandant: Karl Schäfer

2)      Spiel – und Sportverein, Vorsitzender: Karl Zint

3)      Spar- und Darlenenskassenverein, Rechner: Karl Deisel

 

Als Industriewerke werden genannt:

1)      Gewerkschaft Zeilers Zuversicht, Kalksteinbruch

2)      Vereinigte Stahlwerke, Kalkwerk Haiger (Kalksteinbruch)

 

Die einheimische Bevölkerung mit 40 Familiennamen vertreten (die Ziffern in Klammern geben die Zahl der erwerbstätigen Personen gleichen Familiennamens an), und zwar wie folgt: Bechtum (1), Benner (2), Braas (2), Brückmann (1), Cunz (3), Deisel (2), Diehl (25), Dihlmann (1), Diller (1), Discher (4), Donsbach (1), Fehling (1), Gröf (1), Henrich (3), Holler (1), Kahn (5), Klaas (1) , Konrad (1), Kranz (1), Leisegang (5), Mackel (6), Möller (1), Moos (2), Nicodemus (2), Petry (2), Pletka (1), Rehorn (3), Santini (1), Schäfer (1), Schneider (1), Seiler (2), Ströhmann (1), Textor (1), Thielmann (2), Thomas (1), Wagner (5), Weiß (1), Werner (5), Winkel (2), Zint (4).

In dieser Zählung sind Witwen mit eigenem Hausstand einbegriffen.

 

Aus der Manuskript-Sammlung des Ernst Henn nacherzählt von Manfred Thielmann. Breitscheid-Erdbach.

 

 

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