Erdbach

Innerhalb der 440 ha großen Gemarkung sind 300 Höhenmeter Unterschied zwischen dem Naturdenkmal „Dicke Eiche“ bei 280 m NN bis oberhalb des Breitscheider Flugplatzes bei 580 m NN festzustellen. Der Ort hat zur Zeit rund 720 Einwohner. In der gleichen Urkunde wie Breitscheid erstmals 1230 erwähnt, ist Erdbach natürlich viel älter. Funde aus der Späthallstattzeit (800-200 v.Chr.) belegen, dass sich Menschen in geschützten Talauen und in der nähe von starken Quellen bei Erdbach fest ansiedelten. Der Erdbach, der bei Breitscheid im „Kleingrubenloch“ versickert und nach 14-34 stündigem unterirdischen Lauf durch das  102,5 m tiefe Erdbachhöhlensystem in 1200 m Luftlinie Entfernung mit nahezu konstanter Temperatur zu allen Jahreszeiten in einer starken Karstquelle am Erdbacher Steinbruch wieder zu Tage tritt, gilt als größtes Karstphänomen in Hessen. Außerdem ist er Namensgeber des Ortes. Die Höhlen sind es auch, die Erdbach bereits seit den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts nicht nur in wissenschaftlichen Kreisen bekannt gemacht haben. Die Entdeckung des Herbstlabyrinth-Höhlensystems Mitte der 1990er Jahre, ein 380 Mio. Jahre alter Korallenstock mit über 3,5 km Länge und 77 m Tiefe einer der größten in Deutschland, hat überregional ein großes Echo hervorgerufen.
Neben Sinter- und Karsterscheinungen sowie Dolinenbildungen, sind Forscher auf 25 Mio. Jahre alte Reste tertiärer Großtiere wie Krokodil und Nashorn gestoßen, selbst der Neandertaler wird hier vermutet. Aber auch Fossilien, die vor 350 Mio. Jahren im Erdbacher Urmeer lebten, Höhlenbären und Grabbeigaben einer Bestattung aus der Zeit 500 v. Chr. in den Kult- und Wohnhöhlen, den „Steinkammern“, wurden gefunden.  Sogar ein ganzes Zeitalter ist nach Erdbach benannt worden: „Erdbachium“