Rabenscheid

Über die Geschichte Rabenscheids ist nicht viel bekannt. Gibt vielleicht der Name etwas her über seine Vergangenheit? Die Raben ? Gemeint sind damit nicht die krächzenden Krähen,  sondern die großen Kolkraben, die klugen Vögel Wotans, die mit ihrem klangvollen Rufen die einst so dicht bewaldeten Höhen erfüllten.
Und das "Scheid" passt genau dazu, stand das Wort doch früher für "Grenzwald", ja für "Wald" überhaupt. Das "Dorf im Wald der Wotansvögel"; na, wenn das nicht ein ganz besonderer Name ist.

Fest steht, dass schon vor rund 2000 Jahren Menschen in kleinen Dörfern innerhalb der heutigen Gemarkung Rabenscheid gewohnt haben und dem Ackerbau nachgegangen sind.
Die heutigen Westerwalddörfer auf "-scheid" könnten vor etwa 700 bis 800 Jahren als Inseln in den damals noch geschlossenen "Wald im Westen" eingerodet worden sein. Waldbauern siedelten auf der Hochfläche und legten im Schutz der großen Waldungen ihre Äcker an. Und sie verweilerten das geschlagene Holz zu Kohlen, mit deren Hilfe sie aus dem vom Scheldewald her auf Eselsrücken herbeigeholten Roteisenstein das für sie notwendige Eisen erschmolzen. Spuren solch alter Eisengewinnung sind heute noch am "Rückerscheid" deutlich zu sehen.
Was ist geblieben im Wandel der Zeit?
Da ist vorweg die klar gegliederte, in sanften Linien und Wellen gerundete Landschaft mit ihren Wiesen- und Weidegründen, ihren Schutzhecken und der so wohltuend reinen Luft zu nennen, gleich schön zu allen Jahreszeiten.


Vor allem aber sind da die Rabenscheider selbst, trotz  mancher "Blutauffrischung" doch rechte "Wäller geblieben, schlicht, treu und zuverlässig, ihr Dorf mit allen Fasern liebend und zugleich den Aufgaben unserer Zeit zugewandt, das Wort ihrer Väter beherzigend:

"De ahle Leu un de naue Wääg, den fiehrt mr noa!"